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Am Wochenende kam eine neue Wende: Nach geplatzten Verhandlungen in Pakistan kündigte Donald Trump an, dass die USA nun ebenfalls die Seestraße für den Iran blockieren würden und Schiffe, die von iranischen Häfen ablegen, abfangen werden. Die Märkte reagierten am Montag negativ. Der Ölpreis sprang vorübergehend wieder über 100 US-Dollar je Fass. Aktien- und Anleiheindizes sowie der Goldkurs sanken.
Welche Folgen hat der Iran-Krieg?
Die Blockade von Hormus durch den Iran unterbrach bislang schon die Lieferung von hunderten Millionen Fässern Öl sowie von Erdgaslieferungen und weiteren essenziellen Produkten, wie Düngemittel. Die Sorgen vor den sich aufstauenden Folgeschäden wachsen daher täglich.
Doch die renommierte Harvard-Ökonomin und frühere Chefökonomin des Internationalen Währungsfonds, Gita Gopinath, erwartet begrenzte Schäden. In einem Interview am Wochenende sagte sie, dass die Weltwirtschaft um etwa 0,3 Prozentpunkte langsamer wachsen könnte als zuvor geschätzt. Die Inflation könnte um etwa 1 Prozentpunkt höher ausfallen. Dies bestätigt unsere Einschätzungen, die wir im letzten Investment-Newsletter erläutert hatten.
Ein um 0,3 Prozentpunkte geringeres Wirtschaftswachstum würde immer noch Einschnitte bedeuten, aber die Schäden wären kein Vergleich zu vorherigen Schocks, wie der Covid-Pandemie oder der Finanzkrise von 2008.
Börsen blicken nun wieder auf die Unternehmen
Die Aktienmärkte blicken diese Woche auch auf die Veröffentlichungen der Geschäftsergebnisse für das erste Quartal. Die sogenannte Berichtssaison beginnt diese Woche wie üblich mit den US-Finanzriesen JPMorgan, Goldman Sachs, Bank of America und BlackRock sowie dem Streamingdienst Netflix. Aber auch beim Thema KI gibt es Neues: Der weltweit größte Halbleiterhersteller TSMC sowie der niederländische Hersteller der Maschinen, die für die Halbleiterfertigung nötig sind, ASML, legen ebenfalls Zahlen vor. Die Aussichten sind dabei ziemlich gut: Laut Finanzdienstleister FactSet erwarten Analysten für den US-Leitindex S&P 500 ein Gewinnwachstum von fast 13 %!
Der US-Technologiesektor bleibt der weltweit dominante Treiber der Kapitalmärkte. In unserem Chart der Woche schauen wir uns die Bewertungen für IT-Aktien einmal genauer an und zeigen, dass diese inzwischen kaum noch teurer sind als der breite US-Aktienmarkt, aber derzeit das höchste erwartete Gewinnwachstum aufweisen.
Viele Grüße,
Ihr Daniel Grabowski

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